Außenarbeitsplatz für junge Frau mit Lernbehinderung

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“Verena gehört dazu – und wenn sie nicht da ist, fehlt etwas”, meint Birgit Frank, die Leiterin des Seniorenzentrums Hospital. Die 28-jährige Verena Weiß hat eine Lernbehinderung und arbeitet als Stationshelferin in der Ansbacher Senioreneinrichtung.

Vor ziemlich genfünf Jahren wagte sie den Sprung aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Bruckberg auf einen Außenarbeitsplatz. Unterstützt wurde sie dabei von Diakon Dieter Arnold, dem Integrationsbegleiter der Bruckberger Werkstatt.

Verena Weiß ist bei ihren Eltern aufgewachsen und verbringt auch heute noch viele Wochenenden und ihren Urlaub dort. Nach dem Besuch des Förderzentrums in Neuendettelsau absolvierte sie den Berufsbildungsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen in Bruckberg. Zunächst arbeitete sie dort in einer Arbeitsgruppe, in der vor allem Verpackungsarbeiten erledigt werden. Verenas Wunsch war es schon immer, mit Menschen und in einem Team zu arbeiten. Ihr Praktikum im Seniorenzentrum Hospital verlief so erfolgreich, dass sie danach auf einen dauerhaften ausgelagerten Werkstatt-Arbeitsplatz übernommen wurde. “Sie ist damit zwar noch Angehörige der Werkstatt Bruckberg und wird auch weiterhin von uns begleitet”, erklärt Dieter Arnold, “ihr Arbeitsplatz ist aber im Seniorenzentrum Hospital”.

Neun ausgelagerte Arbeitsplätze

“Mir macht die Arbeit hier Spaß”, erzählt die junge Frau, die als Stationshelferin für hauswirtschaftliche Tätigkeiten und Botengänge zuständig ist. Damit entlastet sie die Fachkräfte von Routinearbeiten und ist ein sehr geschätztes Mitglied im Team “ihrer” Station. Wegen ihres freundlichen Wesens ist sie bei den Bewohnern beliebt. “Das Modell hat sich bewährt”, bestätigen auch Birgit Frank und Pflegedienstleitung Grit Werner.
Von der Werkstatt Bruckberg arbeiten derzeit neun Beschäftigte auf ausgelagerten Arbeitsplätzen. Sie sind in der Industrie, im Handwerk und in der Landwirtschaft ebenso im Einsatz wie in einem Kindergarten und in weiteren Seniorenheimen.

Die Integrationsbegleitung wird vom Bezirk Mittelfranken besonders gefördert. Dieter Arnold nimmt sich dabei erst einmal Zeit für die Beratung, um den Menschen, seine Wünsche, Träume und Ziele kennenzulernen. Dann werden praktische Kompetenzen bis hin zur Bewerbung geschult und Praktika absolviert. “Irgendwann findet man eine Stelle, bei der sich Arbeitgeber und Beschäftigter eine gemeinsame Zukunft vorstellen können”, weiß der Integrationsbegleiter. Dieter Arnold begleitet die Beschäftigten im Job dann vor Ort dauerhaft: Um Ärger am Arbeitsplatz kümmert er sich genauso wie um Liebeskummer.

Verena Weiß hat nach dem ersten Schritt mit einem Arbeitsplatz in Ansbach inzwischen den zweiten folgen lassen. 2015 zog sie aus ihrem Elternhaus und wohnt seitdem in einer betreuten Wohngemeinschaft ganz in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. So gestaltet sie ihr Leben ganz nach ihren Wünschen.

Text und Foto: Diakonie Neuendettelsau/Thomas Schaller; redaktionelle Bearbeitung: hw

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