Darmkrebs-Vorsorge wird zu häufig unterschätzt

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Clinic-Chefarzt Dr. Dörr aus Neuendettelsau warnt

Nur sechs Prozent der Deutschen über 55 Jahre gehen pro Jahr zur Darmkrebs-Vorsorge. Dabei ist Darmkrebs laut Robert-Koch-Institut die zweithäufigste Krebs-Erkrankung in der Bundesrepublik. Im Jahr 2010 erkrankten 34.000 Männer und 29.000 Frauen neu an Darmkrebs.

„Die Vorsorge wird häufig unterschätzt.
Es ist besser, frühzeitig zur Vorsorge zu gehen, als wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, warnt der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin der Clinic Neuendettelsau, Dr. Stefan Dörr.

Alarmzeichen für eine mögliche Darmkrebs-Erkrankung sind unter anderem ein plötzlicher Gewichtsverlust, Blut im Stuhl sowie ein auffällig dünner „Bleistiftstuhl“.

Im Rahmen der Krebsfrüherkennung können gesetzlich krankenversicherte Patienten zwischen 50 und 54 einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Ab 55 besteht der Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie). Ausnahme: Bei einem Darmkrebs-Fall in der Familie, z.B. bei den Eltern, kann die Koloskopie auch schon zehn Jahre früher durchgeführt werden. „Denn dann liegt eventuell eine erbliche Komponente vor“, so Dr. Dörr. Durchgeführt werden kann die Untersuchung bei einer Reihe von niedergelassenen Kollegen, in schwierigen und besonderen Fällen auch im Krankenhaus.

Zum Einsatz kommt bei der Darmspiegelung ein hochmodernes Video-Endoskop, das in den After eingeführt wird, um auffällige Stellen, wie etwa Polypen aufzuspüren. „Die können dann gleich mit dem Endoskop über einen winzigen Arbeitskanal entfernt werden“, so Dr. Dörr. Die Patienten sind während der Darmspiegelung in Sedierung, und bekommen daher nichts mit. Meistens können die stationär aufgenommenen Patienten am selben Tag oder am Folgetag die Clinic Neuendettelsau wieder verlassen.

Die Aufgaben von Dr. Dörr als Gastroenterologe sind dabei in Zusammenarbeit mit den Hausärzten und Fachärzten die Beratung und Aufklärung des Patienten, die Durchführung der Untersuchung, das Abtragen vorhandener Polypen und die Beratung zur Nachsorge. Und falls doch ein negativer Befund vorliegt? Dr. Dörr beruhigt: „Darmkrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird.“

Voraussetzung ist die frühzeitige Vorsorge. Eine Operation, eine Chemo-Therapie, eine Bestrahlung sowie lokale Therapien, etwa bei Metastasen, bieten ein breites Therapiefeld an. Vorbeugen kann man einer Darmkrebs-Erkrankung durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und den Verzicht auf Tabakkonsum. Menschen mit Übergewicht erkranken häufiger an Darmkrebs als Personen mit Normalgewicht.

Weitere Info: Dr. Stefan Dörr, Chefarzt Innere Medizin, Telefon: 09874/85363, Internet: www.clinic-neuendettelsau.de

Quelle: Diakonie Neuendettelsau

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