Die Gewinner der RESPECT-Preisverleihung

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Am Donnerstag, 30. März wurden im Ansbacher LOFT feierlich die Preise des von RESPECT ausgelobten Ideenwettbewerbs verliehen. Dr. Christian Schoen, Initiator der Reihe, Stephan Wickerath vom städtischen Amt für Stadtentwicklung und Klimaschutz sowie Richard Illig für die Kammerspiele Ansbach waren die Laudatoren.

Zwanzig spannende Projektvorschläge aus Stadt und Landkreis wurden eingereicht, ein Großteil davon auch geehrt. „Das Engagement von Privatpersonen aber auch Institutionen im ökologischen und gesellschaftlichen Bereich begeistert uns“, leitete Christian Schoen ein, „und wir hoffen mit diesen Ehrungen und Preisgeldern, wichtige Initiativen zu fördern und neue ins Leben zu rufen.“

Für die Jury – bestehend aus Prof. Sabine Böhne‐Di Leo von der Hochschule Ansbach und den oben genannten Laudatoren – fiel es schwer, aus der Vielzahl der Einreichungen eine Auswahl zu treffen. Immerhin sollten nahezu 10.000 Euro sinnvoll verteilt werden, ein Preisgeld, das RESPECT im Herbst vergangenen Jahres als Siemens Förderpreis der Metropolregion Nürnberg erhalten hat.

Mit Ehrenpreisen wurden vier Projekte bedacht, deren Umsetzung von RESPECT begleitet wird:

1. Ehrenpreis für das Projekt „Bienenweiden“, für den Agraringenieur und Lehrer Georg Grimm aus Neuendettelsau. Seine langfristige Idee ist es, an den wenig befahrenen Kreis‐ und Gemeindeverbindungsstraßen des Landkreis Ansbach die Böschungen und geeigneten Straßenränder zu Insekten‐ bzw. Wildpflanzenlebensräumen aufzuwerten, um Bienenweiden zu schaffen.

2. Ehrenpreis für das Projekt „Hortus Romanticus“ von der Ökopädagogin Karin Brenner aus Oberdachstetten. Der Hortus Romanticus existiert seit 2015. Hier fand eine Umwandlung vom Siedlungsgarten zum Naturgarten statt. Mit Hilfe der Umnutzung der nebenstehenden Garage in eine Naturwerkstatt sollen Arbeiten mit Naturmaterial, Vorträgen/Filmen sowie Informationsaustausch stattfinden. Ziel des Projekts ist es, Gartenbesitzern und Neuanlegern Naturschutz im eigenen Garten näherzubringen.

3. Ehrenpreis für das Projekt „Öffentlicher Bücherschrank für Flachslanden“ von Edeltraud Imschloß. Die Idee, öffentliche Bücherschränke einzurichten, gibt es in Deutschland bereits seit einigen Jahren. Mittlerweile ist sie in vielen Städten verwirklicht, auch in Ansbach. Der Gedanke, gelesene Bücher nicht in Regalen verstauben zu lassen, sondern sinnvoll zu verwahren, also wieder gelesen werden, ist ohne Zweifel charmant ‐ auch und gerade in kleinen Orten wie Flachslanden.

4. Ehrenpreis für das Projekt „Internationale Gärten Ansbach“, eingereicht von Maike Fischer. Vorbild hierfür ist jener Verein, der sich 1998 in Göttingen gründete. Bei dem stadtnahen Gärtnern geht es nicht nur um den Anbau von biologischen Anbau von Obst und Gemüse, sondern der Integration von migrierten bzw. geflüchteten Familien und Einzelpersonen.

Die mit Geldmitteln geförderten Projekte werden selbstverständlich ebenso bei der Umsetzung und Öffentlichkeitsarbeit von RESPECT unterstützt.

200 EURO erhält Magdalena Haßler vom Waldkindergarten Ansbach „Unterm Blätterdach“.
Der Waldkindergarten in Ansbach betreibt in vielerlei Hinsicht Umweltpädagogik. Dass er jetzt eine Photovoltaik‐Anlage anschaffen will, ist ein Beitrag als Anschub, mit den Kindern das Thema Energie zu erschließen.

250 EURO erhält Matthias Klein von der Städtischen Wirtschaftsschule für den „Holzeinkaufs‐Chip“. Plastik‐Jetons oder Chips werden millionenfach in Form von Give‐Aways verbreitet. Hier soll ein Einkaufs-Chip aus Birkenholzfurnier dem Plastik‐Konsum entgegenwirken. Denn für ein Kilogramm Plastik werden ca. zwei bis drei Liter Erdöl benötigt. Die Schüler werden handwerklich geschult und zur Nachhaltigkeit sensibilisiert.

300 EURO erhalten Kerstin Schwanitz und Angelika Bezold, nebst Schülerinnen und Schülern der Johann‐Steingruber Realschule für ein Projekt der 9. Jahrgangsstufe. Eine sogenannte „Werte‐Uhr“ mit Begriffen wie „Verantwortung“, „Toleranz“, „Gerechtigkeit“ oder „Freundschaft“ soll im Werkunterricht gebaut und im Schulhaus aufgehängt werden. Verschiedene Gruppen der Schulfamilie führen im Verlauf des Schuljahres verschiedene Aktionen zu den einzelnen Werten durch. Diese Aktionen werden an der „Werte‐Uhr“ dokumentiert.

500 EURO erhält Vladimir Mikolaevskii für das Projekt „Heimische Orchideen“.
Orchideen sind streng geschützt, d. h. sie dürfen weder gepflückt, ausgegraben noch sonst wie beschädigt werden. Sie sind gute Indikatoren für den ökologischen Zustand unserer Wälder und gelten als Juwelen unserer Flora. Die Vermehrung von heimischen Orchideen in‐vitro (im Glas) und das Ausbringen in der Natur soll den Bestand dieser streng geschützten Art fördern.

500 EURO erhält Rainer Isbitzki für das Projekt „Ranch“. Das Konzept der Kreativ‐Ranch in Höfen hat der Jury deshalb gut gefallen, weil dort eine Vielfalt von Ideen im Bereich der Nachhaltigkeit verwirklicht werden kann und soll. Beispiele: Gartenbau, Schreinerei, Holz‐ und Metallbearbeitung, somit auch künstlerische Betätigung. Alles soll offen sein für kreative Menschen, Einzelpersonen, Gruppen, Schulen usw., um dort vielerlei Begegnungen zu ermöglichen. Für dieses Projekt ist eine Menge an Umbau‐ und Renovierungsarbeiten nötig, das unterstützt werden soll.

1000 EURO gehen an den noch jungen Verein des KulturKinos Feuchtwangen, in dem den alten Regina‐ Lichtspielen Leben eingehaucht wird. Jenseits des Mainstreamkinos kann hier ein Bildungsangebot Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass sich RESPECT mit der Übernahme des Kinoprogramms in dieser Kooperation auch auf breite Landkreisbeine stellen kann.

1000 EURO erhält das Kinderhaus Kunterbunt für seine „Die Gartenarche“.
Wegen Bauarbeiten am Beckenweiher und dem damit verbundenen Schwund an Lebensraum der Fauna, soll die KITA ein Ort werden, an dem sich die Tiere wieder zuhause fühlen können – Es soll eine Arche entstehen. Neben der Erweiterung von Kleinbiotopen soll das Projekt „Weidenhaus“ von den Kindern mitgestaltet werden, was der Sensibilisierung zur Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit dient.

1750 EURO gehen an Nicole Menzel und ihre „Dorfgemeinschaft“. Die Antragstellerin hat bereits vielerlei ökologische Gemeinschaftsaktivitäten organisiert, wie z. B. gemeinschaftliche Apfelernten. Ihr Leitgedanke ist es, wieder mehr für die unmittelbare Umgebung wie Streuobstwiesen oder Bäume zu tun, denn „wir können nur das erhalten das wir auch kennen“. Dazu will Frau Menzel ein Tipi bauen, in der traditionellen Bauweise der Indianer. Das soll schon in der Herstellung und beim Aufbau ein gemeinschaftlicher Akt sein. Sobald das Tipi steht, sollen darin vielerlei Aktivitäten, vor allem Begegnungen stattfinden. Der zentrale Gedanke wiederum: die Gemeinschaft.

Hauptpreis

Die 4.000 Euro – der Hauptpreis des Ideenwettbewerbs – gehen an das Theresien‐Gymnasium Ansbach!

4.000 EUR gehen an ein Gemeinschaftsprojekt von mehreren Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern aus Ansbach. Beworben haben sie sich mit vielseitigen Projektideen, die unter dem Titel „Fair handeln – nachhaltig leben: Unsere Schule als Lern‐ und Lebensraum“ zu einem Gesamtprojekt zusammenlaufen. Im kommenden Schuljahr sollen Prinzipien von „Fairness im Handeln“ und Nachhaltigkeit breit und systematisch im Schulalltag verankert und weit angelegte Sensibilisierungs‐ und Reflexionsprozesse in der Schulgemeinschaft angeregt werden.

Konkret:
 Aufstellung und Betrieb eines Fair‐o‐maten, ein Warenautomat für fair gehandelte Produkte, Kleidertauschparty bzw. ein Tauschregal, Workshops zu Müllvermeidung, das Anlegen von Hochbeeten für den sog. „Naschgarten“ und für die (schon vorhandene) Schulimkerei ein Wachsschmelzgerät zum Aufbau eines geschlossenen Wachskreislaufs zur Eigenproduktion der Mittelwände aus 100 % Bienenwachs.

All das wird zudem ein wichtiger Impuls zur Bewerbung als „Fair Trade School“ sein. 
Für die Jury war diese breit aufgestellte Bewerbung, die auf fantastischem Enthusiasmus der Lehrkräfte fußt, ausschlaggebend. Denn diese Begeisterung ist notwendig, um den kommenden Generationen verantwortungsvolles Handeln bewusst zu machen.

RESPECT beglückwünscht alle Gewinner und freut sich auf die Realisierung der Projekte.

Quelle: Respect

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