Girls´ Day: Faible für große Brummis

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„Irgendwas mit Fahrzeugtechnik“ – für eine junge Frau müssen es die „großen Brummis“ sein!
Eines der Ziele des alljährlich stattfindenden Girls‘ Days ist es, Mädchen und junge Frauen auf die Möglichkeit einer Ausbildung im technisch-handwerklichen Bereich aufmerksam zu machen. In so einem „typischen Männerberuf“ arbeitet auch Isabell Wallenta. Sie ist Auszubildende zur KFZ-Mechatronikerin, Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik beim Fahrzeugzentrum in Schnelldorf.

Isabell Wallenta steht hier „ihren Mann“. Bereits als Jugendliche war sie immer gerne dabei, wenn es darum ging, handwerkliche Arbeiten zu übernehmen. Ob beim Hausbau, bei Reparaturarbeiten oder beim Dachdecken – sie hat schon immer begeistert mit angepackt.

Während ihrer Schulzeit am Platengymnasium in Ansbach hat die junge Frau bei einem freiwilligen Praktikum beim TÜV für sich festgelegt, dass sie nach dem Abitur „irgendwas mit Fahrzeugtechnik“ machen möchte. Dabei wollte sie sich nicht mit kleinen PKWs zufriedengeben. Die „großen Brummis“ sollten es für sie sein.
So bewarb sie sich beim Fahrzeugzentrum in Schnelldorf, um dort zu lernen, Nutzfahrzeuge zu warten und zu reparieren. Die 20 Mitarbeiter des Unternehmens decken dort ein breites Spektrum von der Reparatur über Wartung und Fahrzeugbau bis zu Vermietung und Handel mit Fahrzeugen ab. Isabell ist in der Werkstatt die einzige Frau. Ihre männlichen Kollegen sehen sie als wichtigen, bereichernden Teil des Teams, Vorurteile gegen „die Frau in der Werkstatt“ gibt es keine. Auch ihre Eltern und Freunde sehen ihre Berufswahl unkritisch – ihnen ist wichtig, dass sie einen Beruf hat, der ihr Spaß macht.

Die 23-Jährige ist inzwischen im dritten Lehrjahr. Im Sommer wird sie aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen die Ausbildung vorzeitig abschließen. Sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule die einzige Frau zu sein, sieht sie unkritisch. „Das stört mich absolut nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass man auch als Frau alle Berufe ausüben kann, wenn Anforderungen und Interessen zusammenpassen. In meinem Job bin ich eine gefragte Fachkraft mit guten Zukunftsaussichten und vielen Weiterbildungsmöglichkeiten.“, berichtet sie begeistert.

Auch der Ausbilder und Werkstattmeister, Rainer Schwarz, ist von seiner Auszubildenden überzeugt. „Isabell ist eine sehr interessierte und engagierte Auszubildende. Die anfängliche Skepsis, die einige Mechaniker gegenüber einer Frau in diesem körperlich sehr anspruchsvollen Beruf geäußert haben, gehört längst der Vergangenheit an. Bereits jetzt führen wir Übernahmegespräche mit Isabell, weil wir sie nach dem Ende ihrer Ausbildung sehr gerne in unserem Betrieb behalten möchten.“
So wurde ihr zum Beispiel bereits jetzt Unterstützung für den LKW-Schein zugesichert. Auch möchte der Betrieb sie beim zukünftig geplanten Besuch der Meisterschule unterstützen.Fahrzeugzentrum Schnelldorf 021(1)

Interessen in den Vordergrund stellen

Wolfgang Langer, stellvertretender Geschäftsführer der Arbeitsagentur Ansbach-Weißenburg, appelliert: „Wichtig ist, bei der Berufswahl die Neigungen und Interessen in den Vordergrund zu stellen und sich nicht von vermeintlichen Rollenbildern leiten zu lassen. Es gibt so viele interessante Ausbildungsberufe. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bietet allen Jugendlichen Unterstützung bei der Berufswahl an. Sie hilft gerne dabei, den richtigen Weg für eine gesicherte berufliche Zukunft zu finden.“

So können sich beim Girls‘ Day am 28. März 2019 Mädchen über Ausbildungen und Studiengänge in Technik, Handwerk, Informatik und Forschung informieren.
Beim parallel dazu stattfindenden Boys‘ Day gibt es für Jungen Informationen aus erster Hand über sozialpflegerische und betreuende Berufsfelder wie zum Beispiel Erzieher, Gesundheitspfleger oder Grundschullehrer.
Interessierte Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse können sich dazu anmelden unter www.girls-day.de bzw. www.boys-day.de.
Die Schulen geben für die Teilnahme in der Regel auf Antrag eine Schulfreistellung.

Text und Fotos: Agentur für Arbeit Ansbach – Weißenburg, redaktionelle Bearbeitung: hw

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