“Kaspar Hauser. Bildwelten – bekannte und unbekannte Zeichnungen”

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Sonderausstellung Kaspar Hauser

Konfrontiert mit Arbeiten von Tobias Regensburger
27. Juli bis 4. September 2016

Die Sonderausstellung thematisiert mit „Bildwelten“ den Schatz an Zeichnungen und Studien, die Kaspar Hauser hinterlassen hat. Neben bekannten Blättern können erstmals unbekannte Zeugnisse seines Schaffens präsentiert werden. Auf vier Stationen beleuchtet die Sonderausstellung erstens den Mythos Kaspar Hauser, zweitens die zeitgenössischen Zeichentechniken, drittens die Erinnerungskultur des Biedermeiers und erlaubt dem Besucher mit der vierten Station „Malen wie Kaspar Hauser“ ein Nachempfinden seiner Zeichenkunst.

Aquarell eines Früchtekorbs von Kaspar Hauser (Quelle: Markgrafenmuseum)

Aquarell eines Früchtekorbs von Kaspar Hauser (Quelle: Markgrafenmuseum)

Als Gegenentwurf des kreativen Schaffens werden hierzu die Arbeiten Tobias Regensburgers in Szene gesetzt. Unterstützt wird die Sonderausstellung von zahlreichen Leihgebern, so dass erstmals eine Gesamtschau zu Kaspar Hausers „Bildwelten“ aus kunst- und kulturgeschichtlicher Perspektive erläutert werden kann.

Kaspar Hausers Ausbildung

Die Ausbildung Hausers beinhaltete auch Aquarell- und Zeichenunterricht, der ihn befähigte, Früchte- und Blumenstillleben anzufertigen. Über die Zeichenkunst sagte sein Lehrer Daumer, dass sie „zur allgemeinen Bildung gehöre, daß man zeichnen müsse, um sein Auge zu üben, seinen Geschmack zu bilden.“ Jungen Damen widmete Kaspar Hauser als Andenken Obst- und Blumenkörbe oder stattete Briefe mit kleinen Zeichnungen aus. Diese „disziplinierten“ Blätter stehen im direkten Gegensatz zu dem intimen Medium Zeichnung, dass ihm die Möglichkeit eines expressiven Ausdrucks hätte geben können.

"Der Gnom". Künstler Tobias Regensburger (Quelle: Markgrafenmuseum)

“Der Gnom”. Künstler Tobias Regensburger (Quelle: Markgrafenmuseum)

Dieser „Lücke“ des Nichtvorhandenseins von spontanen, impulsiven Zeichnungen stellt die Sonderausstellung Werke eines modernen Künstlers gegenüber. Mit den intimen Werken des Kieler Künstlers Tobias Regensburger entsteht für den Betrachter ein Gegenbild zu den liebevoll disziplinierten Bildzeugnissen Hausers. Der Künstler Tobias Regensburger wurde 1966 in Göttingen geboren, er studierte in Kiel Bildhauerei und ist Mitbegründer der Galerie Prima Kunst in Kiel. Regensburger erhielt zahlreiche Stipendien, darunter des Kunstfonds Bonn (2005) und der Freien Hansestadt Hamburg (2006). Zuletzt realisierte er im Museumshof die skulpturale Installation „Camp“ (2016).

Faszination Hauser

Bis heute ist Kaspar Hauser ein Faszinosum geblieben. Weitestgehend isoliert von menschlicher Gemeinschaft und ohne äußere Reize dürfte er die größte Zeit seiner Kindheit verbracht haben. Die Beobachtungen Dritter und Selbstzeugnisse belegen seine Probleme, der Realität zu begegnen. Die Hypersensitivität Hausers, der anfangs nicht zwischen belebten Wesen und unbelebten Dingen zu unterscheiden wusste, nahm in dem Maß ab, in dem er in die Gesellschaft integriert wurde. Vor diesem Hintergrund gibt die Sonderausstellung „Bildwelten“ eine Interpretation seiner bekannten und unbekannten Zeichnungen.

Rahmenprogramm der Sonderausstellung

“Kaspar Hauser. Bildwelten – bekannte und unbekannte Zeichnungen”
im Markgrafenmuseum

Buchvorstellung
2. August, 14.00 Uhr
„Kaspar Hauser. Bildwelten“ von Christian Schoen
mit Beiträgen von Eckart Böhmer und Wolfgang F. Reddig

Museumspädagogisches Programm
5. August, 15 – 17.00 Uhr
“Malen wie Kaspar Hauser” mit Monika Tress (6 – 8 J.)

9. August, 15 – 17.00 Uhr
“Malen wie Kaspar Hauser” mit Monika Tress (ab 9 J.)

Sonderführungen
23. August, 16 – 17.00 Uhr
Vergiß-mein-nicht. Erinnerungskultur und Kaspar Hauser
mit Museumsleiter Dr. Wolfgang F. Reddig

2. September, 16 – 17.00 Uhr
Vergiß-mein-nicht. Erinnerungskultur und Kaspar Hauser
mit Museumsleiter Dr. Wolfgang F. Reddig

Adresse Markgrafenmuseum Ansbach
mit Kaspar-Hauser-Abteilung

Kaspar-Hauser-Platz 1
91522 Ansbach

Öffnungszeiten: Mo – So 10 – 17.00 Uhr
Eintritt: 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Familienkarte 7,50 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei, mit Residenz- oder VGN-Ticket 1 Euro Ermäßigung

Quelle: Markgrafenmuseum Ansbach/ah

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