Kreuzgangspiele Feuchtwangen Rückblick und Spielplan 2017

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Die Kreuzgangspiele sind am 13. August 2016 zur Neige gegangen. Es war ein wunderbarer, wenn auch nicht immer trockener Theatersommer mit vielen begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern. Vor allem „Arsen und Spitzenhäubchen“ hatte es dem Publikum angetan, doch auch für „Romeo und Julia“ gab es über 10.000 Theaterbesucherinnen und Theaterbesucher, die dem Shakespeare-Klassiker in der Regie von Johannes Kaetzler stets ein besonderes Lob aussprachen.

Inzwischen sind Bühne, Tribüne und Traverse mit Licht- und Tontechnik wieder aus dem historischen Geviert verschwunden. Der Weg zwischen Marktplatz und Kirchplatz – vor wenigen Wochen noch der Bereich hinter der Bühne für Kostüme, Requisiten und Bühnenbildteile – ist für Passanten wieder begehbar. Der diesjährige Theaterpreis der Fränkischen Landeszeitung für herausragende schauspielerische Leistungen ging an den Schauspieler Gerd Lukas Storzer, der als Pater Lorenzo in “Romeo und Julia” und als Jonathan Brewster in “Arsen und Spitzenhäubchen” zu sehen war. Insgesamt fanden in diesem Sommer 43.218 Menschen den Weg in die Kreuzgangspiele bei 275 Vorstellungen und Veranstaltungen von Mai bis August im Kreuzgang, im Nixel-Garten und im Fränkischen Museum.

Vorschau auf den neuen Spielplan

Kreuzgangspiele 2016: Romeo (Moritz Schilk) und Julia (Liza Simmerlein) / Foto: Forster

Kreuzgangspiele 2016: Romeo (Moritz Schilk) und Julia (Liza Simmerlein) / Foto: Forster

Das Kulturbüro arbeitet derzeit auf Hochtouren am Prospekt für die neue Spielzeit. Dieses erscheint im Oktober. Auf dem Titel wird Liza Simmerlein, die wunderbare Julia 2016, zu sehen sein.

Link: Spielplan-Vorschau als PDF mit allen öffentlichen Generalproben, Terminen und Veranstaltungen des Sommers 2017

Die Vorbereitungen für die Spielzeit 2017 laufen

Während in Feuchtwangen das Ende der Kreuzgangspiele und die Sommerferien für etwas Ruhe gesorgt haben, wurde hinter den Kulissen emsig an der neuen Spielzeit gearbeitet. Intendant Johannes Kaetzler wird „Kiss me, Kate“ inszenieren und hat auch schon mit einigen Schauspielerinnen und Schauspielern gesprochen, die ab Juni 2017 auf der Bühne zu erleben sein werden. Neben diesem steht aufgrund des großen Reformationsjubiläums auch ein Stück über Martin Luther auf dem Spielplan. Hierfür hat Yves Jansen die Regie übernommen; der Schweizer war bereits 2014 als Regisseur für Schillers „Wilhelm Tell“ für die Kreuzgangspiele aktiv. Dieses Stück wird von Jürgen Apel für die Festspiele neu geschrieben. Als Vorlage dient dem Autor das Drehbuch des grandiosen Historienfilms, der 2003 in den Kinos zu sehen war. Für das Kinder- und Familienstück „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wird wieder Cornelius Henne verantwortlich sein. Seine Inszenierung von „Peter Pan“ in diesem Jahr hatte bei Publikum und Presse Begeisterung ausgelöst und so freuen wir uns schon auf das nächste Projekt des jungen Regisseurs.

Nixel-Garten

Intendant der Kreuzgangspiele Feuchtwangen, Johannes Kaetzler / Foto: Forster

Intendant der Kreuzgangspiele Feuchtwangen, Johannes Kaetzler / Foto: Forster

Im Nixel-Garten stehen wieder zwei Stücke auf dem Programm: 
Das Stück für Jugendliche „Tschick“ nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf inszeniert Lennart Matthiesen, der als Schauspieler bereits 2014 in „Werther“ im Nixel-Garten und 2016 als Kapitän Hook in „Peter Pan“ und als Teddy Brewster in „Arsen und Spitzenhäubchen“ auf der Kreuzgang-Bühne zu sehen war. In Hamburg arbeitet er seit einiger Zeit als erfolgreicher Dozent an der Freien Schauspielschule und erste überzeugende Regiearbeiten hat er dort auch schon gezeigt – Zeit, dass er auch in Feuchtwangen eine Regie übernimmt.
Auch die kleinsten Zuschauerinnen und Zuschauer kommen 2017 nicht zu kurz. Ein Bestseller der Literatur für die Kleinsten steht hier auf dem Programm: Heule Eule: Ich will mein BUMM! Eine wunderbare Geschichte um eine kleine Eule. Voraussichtlich wird hierfür wieder die BühneBumm aus Hamburg  verantwortlich sein.

Spielzeit startet schon im Herbst 2016

Neu ist, dass die Spielzeit 2017 mit der Reihe „kreuzgangspiele extra“ schon im Herbst 2016 beginnt. Bekannte und beliebte Kreuzgang-Schauspieler kehren mit jeweils eigenen Theaterprojekten nach Feuchtwangen zurück. Dazu bietet der KulturTreff, das Herbst/Winter-Kulturprogramm in Feuchtwangen, Veranstaltungen, die schon ab November auf die kommende Spielzeit einstimmen.

kulturtreff zu den Kreuzgangspielen
11. November 2016, 19 Uhr, Café am Kreuzgang
Robert Löhr liest aus „Das Hamlet-Komplott“

Kabale und Hiebe! Während Napoleon Deutschland mit Krieg überzieht, gibt in Schwaben und Franken ein seltsames Wandertheater einen noch viel seltsameren Hamlet. Und verstünde die französische Geheimpolizei mehr von Shakespeare, sie hätte längst Lunte gerochen. So aber ahnt keiner, dass sich hinter dem fahrenden Schauspieltrupp Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck und Napoleons Erzfeindin Madame de Staël höchstpersönlich verbergen, die sich als Theatergruppe getarnt in höchst geheimer Mission befinden.
Robert Löhr arbeitet als Schriftsteller und Autor für Film, Fernsehen und Bühne. Er arbeitete unter anderem für Sat.1, den Tagesspiegel, die Neue Zeit und die taz. Zudem ist er Dozent für Dramaturgie.

kreuzgangspiele extra
25. November 2016, 20 Uhr, Sängermuseum
Halpern & Johnson -  Schauspiel von Lionel Goldstein

Joe Halpern steht einsam am Grab seiner Frau. Mehr als fünfzig Jahre war er mit Florence verheiratet. Ein Fremder tritt mit einem Blumenstrauß hinzu, stellt sich als Dennis Johnson vor und konfrontiert ihn mit einer früheren Liebesbeziehung mit der Verstorbenen. Bei einem weiteren Treffen erfährt Halpern, dass die Verbindung der beiden, wenn auch rein platonisch, bis zu Florences Tod andauerte. Themen wie Kunst und Politik, die in seiner Ehe nie eine Rolle spielten, hat sie mit dem anderen geteilt. Er ist tief verletzt, fühlt sich hintergangen. Seine Wut richtet sich gegen den unbekannten Nebenbuhler, durch den er eine völlig andere Seite seiner Frau kennenlernen muss. Auch Johnson erfährt über Florence Dinge, die für ihn schmerzhaft sind. Zwischen den beiden Männern, die so unterschiedlich sind, entwickelt sich ein heftiger Streit. Aber nach und nach fangen sie an, zu begreifen, dass die Erinnerung an die geliebte Frau sie verbindet und nicht trennt. Es spielen Wolfgang Beigel und Rolf R. Lütgens. Wolfgang Beigel ist seit vielen Jahren Mitglied des Ensembles der Kreuzgangspiele.

kreuzgangspiele extra
27. Januar 2017, 20 Uhr, Sängermuseum
From Berlin to Broadway – Hommage an Kurt Weill

Kurt Weill (1900-1950) war einer der erfolgreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, der mit geradezu phänomenaler stilistischer Wandlungsfähigkeit das Musiktheater bis heute in Atem hält. Er komponierte Musik zu Bertolt Brechts sozialkritischen Stücken, mit dem er die Theorie für das epische Theater entwickelte. Über Paris und London emigrierte Weill nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in die USA. Eine musikalische Reise vom Berlin der 20er Jahre, das Weill zusammen mit Brecht ins „Dreigroschenfieber“ stürzte, über das Paris der 30er Jahre, das ihm einige der schönsten Chansons, die je geschrieben wurden, entlockte, an den New Yorker Broadway, wo Weill als erfolgreichster Musicalkomponist seiner Zeit gefeiert wurde. Mit kleinen Szenen, die die einzelnen Songs verbinden – fiktiven Tagträumen und realen Erinnerungen zwischen Leben und Musikschaffen – nähert sich die Hommage auch dem Menschen Weill und seiner turbulenten Epoche an. Es singt Achim Conrad begleitet am Klavier von Manfred Knaak. Achim Conrad ist seit einigen Jahren als Schauspieler und Regisseur für die Kreuzgangspiele aktiv, so führte er 2013 beim „Sommernachtstraum“ Regie und war 2015 als Brandner Kaspar und 2016 als Lenz zu sehen.

kulturtreff zu den Kreuzgangspielen
23. Februar 2017, 20 Uhr, Landgasthof am Forst
Inka Meyer: Kill me, Kate! – Die gezähmte Widerspenstige

Die Theatermacherin Nora, gespielt von Inka Meyer, hat ein Problem: Für die nächste Spielzeit wurde ihr das Shakespeare-Stück „Der Widerspenstigen Zähmung“ zur Inszenierung aufgebrummt. Doch ist es überhaupt möglich, 40 Jahre nachdem die ersten Frauen ihre BHs verbrannten, ein Stück mit derart mittelalterlichen Rollenbildern auf die Bühne zu bringen? Die Aufgabe wird für Nora schnell zur Bestandsaufnahme: Wie geht es den Frauen, die Kinder haben und arbeiten? Die keine Kinder haben und arbeiten? Die Kinder haben und nicht arbeiten? Weib oder Weibchen? Gleichgestellt oder zurückgestellt? Powerfrau oder Übermutter? Wer kocht den Bio-Möhrenpastinakenbrei? Vater, Mutter oder Alnatura? Und wer kann uns bei den Antworten helfen? Etwa Germany’s Next Role-Model Heidi Klum?
Oder Herzogin Kate, die ihr Studium in den Wind geschossen hat, um in Designerkleidchen neben Prinz William zu glänzen? Hier geht’s um Frauen. Aber anders. Das heißt: Kein Mann-Frau-Gedöns. Kein Latzhosen-Feministinnen-Genöle. Kein Männer-Bashing. Frei von Rollenklischees. Es geht um Arbeit, Familie, Rente. Hochpolitisch – aber sehr, sehr komisch. Auch für Männer. Ein Kabarett-Abend passend zum Kreuzgang-Musical 2017: Kiss me, Kate! …und eine Kooperation mit der Wehlmäusler Forstkultur.

www.kreuzgangspiele.de

Quelle: Kulturbüro und Kreuzgangspiele/ah

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