Sonderausstellung Gottfried Scheer – Chronist seiner Stadt

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27. April bis 10. Juli 2016
Markgrafenmuseum Ansbach, Kaspar-Hauser-Platz 1
Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Gottfried Scheer, Maler und Chronist seiner Stadt, hielt jahrzehntelang fest, wie sich Ansbach Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte. Der Nachkriegs- und NS-Zeit wollte der Künstler eine kulturelle Tradition erschaffen, die auf internationale Anerkennung stößt. Anlässlich des 120. Jahrestages widmet das Markgrafenmuseum Ansbach in Kooperation mit dem Kunsthaus Hedel (Platenstraße) und Unterstützung privater Leihgeber Gottfried Scheer eine Sonderausstellung.

Rektor Gottfried Scheer bei seiner Leidenschaft (Quelle: Markgrafenmuseum/MM)

Rektor Gottfried Scheer bei seiner Leidenschaft (Quelle: Markgrafenmuseum/MM)

1896 in Kösching (Landkreis Eichstätt) geboren, wuchs der Autodidakt in Leutershausen auf. Als Lehrer war Scheer in Ansbach zunächst an der Karolinenschule, später als Rektor an der Güllschule tätig. „Streng, aber man hat etwas bei ihm gelernt“, charakterisiert ihn ein ehemaliger Schüler. Scheer war bei Wind und Wetter draußen. Mit seinem langen Mantel und dem Hut zog er Malerwerkzeug und Staffelei im Handwagen durch die Markgrafenstadt, erinnern sich ältere Mitbürger. Kein Winkel blieb Scheer verborgen, denn viele seiner Gemälde zeigen ungewöhnliche Blickwinkel auf das Prinzenschlösschen, die Residenz, Reitbahn oder Ansbacher Dachlandschaften.

Seinem Talent verdanken wir Zeitdokumente wie z. B. die festgehaltenen Bombenschäden an der Orangerie, Arbeiten am Bahnhof, die neue Platenschule oder auch der markante Gashochbehälter. Reisebilder entstanden in Sizilien, Prag und an der Nord- und Ostsee. Der Maler selbst definierte seinen Malstil:

„Dabei sind meine Landschaften keine bloßen Abschriften, sondern das Wesentliche wird erfasst, verdichtet und zum Kunstwerk gestaltet. Nicht nur mit dem Verstand allein, auch mit Herz und Gemüt soll das Leben gelebt und die Kunst erfüllt sein“.

Gottfried Scheer liebte Farben, grüne Dächer, blaue Häuser. Atmosphärisch mischen sich Braun- und Gelbtöne, wenn er den Herbst einfing. Klare Konturen zeigen spitze Giebel, kantige Häuser. Die engen Gassen der Altstadt wirken realistisch denn lieblich. Hier zeigt sich der Maler-Chronist, der 1962 in Ansbach verstarb und zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen, Pastellarbeiten und Ölbilder hinterließ, deren repräsentativer Querschnitt in der Sonderausstellung zu sehen ist.

Die Ausstellung ergänzend vermitteln die Scheer-Tafeln Wissenswertes über den Chronist, hier als PDF-Download nachzulesen.

 

Text und Fotos: Markgrafen Museum
Redaktionelle Bearbeitung: ah

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