Theater Ansbach bezieht Stellung zur Diskussion in der Sitzung des Stadtrates

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Presseerklärung zur Sitzung des Stadtrates am 23. September 2014:

Die Stadt Ansbach hat gemäß Vertrag der Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss kulturelle Aufgaben übertragen und sich gleichzeitig verpflichtet, die jährlichen Defizite auszugleichen. Der Vertrag wurde 2007 ergänzt und die eigenen Theaterproduktionen in den Defizitausgleich einbezogen.

Der Freistaat Bayern hat die Leistungen und das künstlerische Niveau des Theater Ansbach gewürdigt, seine Förderfähigkeit anerkannt und es ab 2012 in die institutionelle Förderung aufgenommen. Seither bekommt das Theater Landeszuschüsse, die unmittelbar der Entwicklung des Theaters dienen sollen und nicht zur Verminderung der kommunalen Förderung führen dürfen. Der Zuschuss von 130.500 € im Jahr 2012 wurde 2013 auf 261.000 € erhöht und 2014 auf 271.000 € aufgestockt. Eine Bedingung für die Gewährung der Landesförderung war die Schaffung von Arbeitsplätzen. Dies ist inzwischen insbesondere durch die Einstellung eines eigenen Ensembles geschehen und führt im Vergleich zum Jahr 2011 zu Personalmehrausgaben von 229.000 € in der Theatersparte. Diese Mehrkosten sind vollständig durch den Landeszuschuss ausgeglichen und belasten mit keinem Cent die Stadt Ansbach.

Am 4.8.2014 hat die Genossenschaft der Stadt Ansbach den Jahresabschluss 2013 und den Wirtschaftsplan 2015 mit einem Begleitschreiben übersandt, das ausführliche Begründungen enthält. Wir gehen davon aus, dass diese Begründungen auch den Fraktionen des Stadtrats vorliegen.

Gemäß dem Pressebericht vom 25.9.2014 hat der Stadtrat entschieden, den Verlust 2013 der Genossenschaft von 59.312,50 € nicht auszugleichen. Auf Grund dieser Entscheidung verliert die Genossenschaft 44,3 % ihres ohnehin geringen Eigenkapitals. Dies ist aus der vorgelegten Bilanz ersichtlich. Zu der Aufforderung im Rahmen der Stadtratsitzung, zu sparen, dürfen wir feststellen, dass die Ausgaben 2013 auf Grund unseres strikten Sparkurses bei einem Gesamtbudget von 1.875.690 € nur um 9.199 €, das sind 0,49 %, über den Zahlen des Wirtschaftsplans liegen. Davon sind rd. 4.000 € auf gestiegene Betriebskosten für das Haus (Energie etc.) und der Rest durch den nicht vorhersehbaren hohen Anstieg der tariflichen Löhne zurückzuführen. Die Ausfälle der von der Genossenschaft nur schwer planbaren und nur gering steuerbaren Einnahmen sind auch 2013 die Hauptursache des Jahresdefizits.

Der Wirtschaftsplan 2015 enthält ein Defizit aus dem laufenden Betrieb von 938.700 €, dessen Ausgleich bei der Stadt Ansbach beantragt wurde. Darin sind 15.000 € für Bühnenausstattung enthalten, um die der beantragte Investitionszuschuss von bisher 46.000 € auf 31.000 € im kommenden Jahr verringert wurde. Des Weiteren sind 38.700 € Sonderzuschuss für die Umstrukturierung des Kinos enthalten, die nach unseren Erwartungen einmalig sind. Für den laufenden Betrieb des Theaters und der Konzerte verbleiben noch 885.000 €, das sind 3.000 € weniger geplantes Defizit als 2014. So viel zu dem Vorwurf die Genossenschaft sei ein „Fass ohne Boden“. Die Steigerungsrate 2015 einschließlich des genannten Sonderzuschusses beträgt 4 % und enthält Kosten des Intendantenwechsels sowie erwartete lineare tarifliche Lohnerhöhungen und die Preisentwicklung einschließlich der Energiepreise.

Die Genossenschaft hat von der Stadt Ansbach bewilligte Zuschüsse zu Investitionen in Höhe von 40.000 € nicht in Anspruch genommen und als Deckungsmittel für den Städt. Haushalt freigegeben. Weitere genehmigte Investitionszuschüsse in Höhe von ca. 35.000 € werden zurückgegeben, weil sie für das Projekt „Alte Post“ nicht benötigt werden.

Die Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss ist inzwischen ein Unternehmen mit 28 Mitarbeitern mit einem Gesamtbudget von ca. 2 Mio. €. Damit ist es auch eine bedeutende Wirtschaftsfaktur der Stadt Ansbach. Jährlich werden 120.000 € an Mieten unmittelbar an die Stadtkasse gezahlt. Die Mitarbeiter arbeiten mit großem Engagement im künstlerischen und technischen Bereich sowie in der Verwaltung. Der Vorstand der Genossenschaft arbeitet ehrenamtlich in beachtlichem Umfang.
Bei den Mitarbeitern herrscht über die gem. FLZ – Bericht im Stadtrat gefallenen Äußerungen Unverständnis.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters haben wirklich ein „Wünsch-Dir-Was“ an den Stadtrat Ansbach:
Keine polemischen oder flapsigen Äußerungen über das Theater sondern mit angemessenem Respekt eine objektive Würdigung ihrer Leistungen.
Die Genossenschaft dankt den Fraktionen des Stadtrats, die für die Bereitstellung der notwendigen Mittel im Jahr 2015 eingetreten sind.

Für den Vorstand:
Heribert Schmidt, Vorstandsvorsitzender            Für den Aufsichtsrat:
Walter Bamberger, Schatzmeister                  Herbert Matijas, Vorsitzender
Martin Porzner
Rainer Stache

Der Intendant:
Jürgen Eick

Quelle: Theater Ansbach – Kultur am Schloss

 

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