PFC-Vergiftung in Ansbach weitet sich aus

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Die Vergiftung mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) durch das in Katterbach stationierte US-Militär hat auch auf den Landkreis Ansbach übergegriffen, meldete die Offene Linke Ansbach (OLA). So sei der Milmersbach im Gebiet der Gemeinde Sachsen b. Ansbach über dem Grenzwert kontaminiert.

Das Landratsamt gehe zudem von einer Vergiftung von Teichen aus, die vom Bach gespeist werden. Ergänzend habe das Landratsamt auf Anfrage der Offenen Linken Ansbach mitgeteilt, dass sich der PFC-Wert zwischen Januar 2017 und Januar 2018 von 599 auf 1.912 Nanogramm (=1,912 Mikrogramm pro Liter) mehr als verdreifacht hat.

Der Gehalt der krebserregenden und die Fruchtbarkeit einschränkenden Chemikalien bewegt sich damit über dem Grenzwert (1,0 µg). Damit liege im Milmersbach die gravierendste PFC-Verseuchung in Fließgewässern vor; sie liege höher als etwa im Eichenbach oder Katterbach auf Ansbacher Stadtgebiet. Der Landkreis warte derzeit auf aktuellere Werte.

Dazu erklärt die OLA : „Der Milmersbach im Südosten der Kaserne Katterbach liegt weit vom bisher angenommen Schadensort am Löschplatz im äußersten Nordwesten des Flugplatzes entfernt. Zu den mit PFC vergifteten Fischweihern und Brunnen in Obereichenbach beträgt die
Entfernung rund zwei Kilometer. Das zeigt in erschreckender Weise die riesigen Ausmaße der Verseuchung.“

Die Vergiftung von Wasser und Boden in Stadt und Landkreis Ansbach drohe sich immer mehr auszuweiten, wenn die US-Armee als Verursacherin bei der Schadensbehebung weiterhin schuldhaft zögere. Das Militär hatte bereits im März eine Vorstellung des versprochenen Sanierungskonzepts platzen lassen. Eine zweite Frist läuft am 31. Juli ab. Bislang liegt der Stadt Ansbach nichts vor. „Donald Trumps Umweltverschmutzer und Gesundheitsgefährder in Katterbach sind im Begriff, ihren letzten Kredit bei der Bevölkerung zu verspielen“, betont die OLA.

Im Bild: Mitglieder der Offenen Linke Ansbach kippten im Juli bei einer symbolischen Aktion in Katterbach „Uncle Sam“ „vergiftetes Wasser“ vor die Füße (es handelte sich um gewöhnliches Trinkwasser).

Text und Foto: OLA; redaktionelle Bearbeitung: hw

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